Trauermantel
Trauermantel
Nymphalis antiopa
Beschreibung
Der Trauermantel ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) (Ebert et al. 1991). Er ist ein unverwechselbarer, großer, dunkelbrauner Falter mit gelblichen Flügelrändern und bewohnt luftfeuchte Waldbereiche.
Vorkommen in Baden-Württemberg
Der Trauermantel kommt in allen Naturräumen Baden-Württembergs vor. Den Verbreitungsschwerpunkt bildet der Schwarzwald (Ebert et al. 1991). Dauerhaft bodenständig ist die Art in Mittelgebirgslagen, regional kommt sie auch in tieferen Lagen vor (Settele et al. 2015).
Lebensraum
Lebensraum dieser Art sind Laub- und Nadelwälder. Habitate befinden sich in Waldmänteln, an Gewässerrändern oder in Weichholzauen. Weide und Birke in luftfeuchten, besonnten bis halbschattigen Bereichen dienen zur Larvalentwicklung (Settele et al. 2015).
Außerhalb des Waldes ist der Falter auch in Siedlungsnähe und dort zum Beispiel in Gärten, Streubstwiesen, Steinbrüchen, gehölzreichen Brachen und in gebüschreicher Feldflur zu finden.
Die Art kann auch in warmen Regionen, wie zum Beispiel am Kaiserstuhl gefunden werden, bevorzugt besiedelt sie jedoch höher gelegene, kühlere und regenreichere Gebiete (Ebert et al. 1991).
Lebensweise
Je nach Höhenlage schlüpfen die Falter ab Mitte Juli (Tiefland) oder Mitte August (z.B. Schwarzwald Hochlagen). Die adulten Falter sonnen sich häufig auf Waldwegen (Settele et al. 2015). Zudem ist die Art häufig dabei zu beobachten, wie sie an Wunden von Baumstämmen und frischen Baumstüpfen saugt. Es werden auch feuchte Bodenstellen zur Mineralstoffaufnahme genutzt. Der Falter ist den Herbst und bis weit in den Frühling hinein in seinem Winterquartier. Nach dem Verlassen des Winterquartiers folgt die Paarung und Eiablage. Bei der Eiablage suchen die Weibchen in den Hochlagen oft strauchförmige Salweiden und Ohrweiden aus. In den Tieflagen werden die Eier hingegen auch oft auf Hängebirken abgelegt. Für den Ort der Eiablage ist ein luftfeuchtes Mikroklima von Bedeutung. Oft wird in jedem Jahr immer wieder der selbe Busch/Baum zur Eiablage ausgewählt. Die Puppen des Falters findet man von Ende Juli bis Mitte September (Ebert et al. 1991).
Die Art unterliegt zyklischen Populationsschwankungen (Settele et al. 2015).
Empfohlene Schutz- und Fördermaßnahmen
Hauptgefährdungsursachen liegen vermutlich in großräumigen Klimaveränderungen (Settele et al. 2015), dennoch kann die Art durch die Förderung von Larvalhabitaten gefördert werden.
- luftfeucht stehende, besonnte Salweiden, Ohrweiden und Hängebirken belassen
- lichte, luftfeuchte Weichholzauen erhalten
- Stamm
- Arthropoda
- Familie
- Nymphalidae
- Gattung
- Nymphalis
- Art
- Nymphalis antiopa
-
Wuchsgebiete
- Baar-Wutach
- Neckarland
- Oberrheinisches Tiefland
- Odenwald
- Schwäbische Alb
- Schwarzwald
- Südwestdeutsches Alpenvorland
-
Waldtypen
- Auwälder / Bruchwälder
- Moorwälder
- Nadelwälder
-
Habitatstruktur
- Pionierbaumarten
- GKWNS-Lichtwaldkonzept
- Priorität:
niedrig - Rote Liste BW:
Gefährdet (3) - Rote Liste DE:
Vorwarnliste (V)
Autoren
- Georgi, Maria
Bildautoren
- Dalüge, Nora
- Vaeth, Volker
- Wthrower
Quellen
- Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 1: Tagfalter I.
- Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands.
- Rote Liste und Artenverzeichnis der Großschmetterlinge Baden-Württembergs (Stand: 2004).