Igel-Stachelbart

Igel-Stachelbart

Hericium erinaceus (Bull.) Pers.

Allgemein Bilder (5) Bekannte Vorkommen Autoren und Quellen

Beschreibung

Der imposante Igel-Stachelbart ist ein seltener Wundparasit und Saprobiont an älteren Laubbäumen, zumeist Eichen und Buchen. Er ist sowohl an stehenden als auch an liegenden alten Baumstämmen und Stümpfen zu finden (Krieglsteiner et al. 2000). Von den heimischen Stachelbärten bildet der Igelstachelbart die längsten Stacheln, zeigt dafür aber weitgehend keine Verästelung der Fruchtkörper. Er gehört, wie die anderen Stachelbart-Arten zu den Zeigern naturnaher alter Laubwälder in Mitteleuropa (Blaschke et al. 2009)

Die wie die meisten Saprobionten gut kultivierbare Art ist in Asien ein begehrter, aber auch bei uns mittlerweile geschätzter Speisepilz ("Affenkopfpilz"). Er wird auch in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.

Lebensraum

Die Art wächst in luftfeuchten Buchen- und Eichenwäldern, aber auch in Parks und an Straßenbäumen. Sie kommt als "Parasit" und Zersetzer in Spalten und Höhlen stehender und liegender, alter und toter Baumstämme und auch an Stümpfen vor (Krieglsteiner et al. 2000).

Lebensweise

  • Fruchtet von September bis November (Krieglsteiner et al. 2000).

Empfohlene Schutz- und Fördermaßnahmen

Zum Schutz der Art sollten:

  • alte und absterbende dicke Laubbäume stehen gelassen und als Habitatbaumgruppe ausgewiesen werden
  • in luftfeuchten Gebieten mit einem besonders hohen Anteil an alten, dicken Laubbäumen empfiehlt sich die Ausweisung eines Waldrefugiums

Erkennungsmerkmale

Der Fruchtkörper der Art ist weißlich bis beigefarben, manchmal auch leicht rötlich und kann Größen von bis zu 30 cm erreichen. Die Pilze sind meist kurz gestielt und derb knollenförmig, sie werden 10–25 cm dick. Die Oberseite ist faserig aufgerissen. An der Unterseite befinden sich weiche, bereifte, dicht stehende Stacheln. Sie werden 2–5 cm lang und 1,5–2 mm dick; deren Oberfläche ist bereift. Das Fleisch ist weißlich und besitzt eine zähe, etwas faserige Konsistenz. Das Sporenpulver ist weiß und die Sporen sind farblos (Krieglsteiner et al. 2000).

Systematik
Stamm
Basidiomycota
Familie
Hericiaceae
Gattung
Hericium
Art
Hericium erinaceus (Bull.) Pers.
Artengruppe
Pilze
Lebensraum
  • Wuchsgebiete
    • Schwarzwald
    • Südwestdeutsches Alpenvorland
  • Waldtypen
    • Buchenmischwälder
    • Eichenmischwälder
    • Hangwälder / Schluchtwälder
  • Habitatstrukturen
    • Alte Bäume / Habitatbäume (lebend)
    • Totholz
Fachkonzept
  • AuT-Konzept
  • Bannwaldprogramm
Lokaler Fokus
  • Biotop
Schutzstatus
  • Priorität:
    hoch
  • Rote Liste BW:
    Vom Aussterben bedroht (1)
  • Kalkungssensibel:
    ja
Die Karte zeigt kein vollständiges Vorkommen.

Bildautoren

  • Ballenthien, Elena

Quellen

Blaschke, M., Helfer, W., Ostrow, H., Hahn, C., Loy, H., Bußler, H., & Krieglsteiner, L. 2009
Naturnähezeiger - Holz bewohnende Pilze als Indikatoren für Strukturqualität im Wald.. Natur und Landschaft 84(12) : 560-566.
Krieglsteiner, German J., Gminder, A., & Winterhoff, W. 2000
Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen-, und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige.
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