Eichen-Mosaikschichtpilz
Beschreibung
Der Eichen-Mosaikschichtpilz setzt jedes Jahr eine neue Schicht auf seine flächig wachsenden (resupinaten) mehrjährigen, aufgerissenen Fruchtkörper. Der Pilz besiedelt Altholz von Eichenarten und tritt dort oft an den Schnittflächen von im Wald verbliebenen alten Stammabschnitten auf. Wegen dieser Vorliebe gilt er als ein Zeiger naturnaher Wälder in Mitteleuropa (Blaschke et al. 2009). Sein Fruchtkörper ist 2-5 mm dick und im feuchten Zustand glatt oder etwas warzig und ist hell- bis grauocker gefärbt. Im trockenen Zustand sind die Fruchtkörper tief rissig und in kleine, vieleckige, 0,2-1,5 mm breite Blöcke geteilt. Die sichtbaren Teilfruchtkörper auf dem Holz besitzen im Holz eingesenkte "Stielchen" (Krieglsteiner, 2000).
Vorkommen in Baden-Württemberg
In Deutschland kommt der Eichen-Mosaikschichtpilz nur noch äußerst lückig gestreut in Parks und Naturschutzgebieten auf altem Eichentotholz vor. In Baden-Württemberg ist die Art sehr selten (Krieglsteiner 2000). Die wärmeliebende Art kommt dort vor allem in der planaren und collinen, sehr selten bis zur unteren Montanstufe vor.
Lebensraum
Der Eichen-Mosaikschichtpilz ist autochthon in lichten Eichenwäldern mit starkem Altholz und kommt vor allem an toten, noch stehenden oder sturmgebrochenen, größtenteils entrindeten, trockenfaulen Alteichen vor, die in Parks, an Waldlehrpfaden oder in Naturschutzgebieten stehen oder als freistehende Einzelbäume als Naturdenkmäler ausgewiesenen sind. An lebenden alten Eichen wächst er bevorzugt an rindenlosen Ästen, bloßliegendem Kernholz sowie in Höhlen der Stämme. Auch verbautes Eichenholz kann besiedelt werden, wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist (Krieglsteiner, 2000).
Lebensweise
Der Eichen-Mosaikschichtpilz ist mehrjährig und verursacht die sogenannte Rebhuhn-Weißfäule, wobei zahlreiche kleine Hohlräume im braun werdenden Holz entstehen. Zuerst sind diese kleinen Hohlräume mit Zellulose ausgefüllt, leeren sich dann aber komplett (Krieglsteiner, 2000).
Empfohlene Schutz- und Fördermaßnahmen
- liegen lassen alter, sturmgebrochener Eichenstämme und Strünke als geeignetes Substrat
- stehen lassen alter Eichen
- bei Vorkommen der Art sollte ein Waldrefugium ausgewiesen werden
- teilweises Belassen von starken Eichenstämmen nach der Ernte
- Stamm
- Basidiomycota
- Familie
- Stereaceae
- Gattung
- Xylobolus
- Art
- Xylobolus frustulatus
-
Wuchsgebiete
- Neckarland
- Oberrheinisches Tiefland
- Schwarzwald
- Südwestdeutsches Alpenvorland
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Waldtypen
- Buchenmischwälder
- Trockenwälder
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Habitatstruktur
- Totholz
- AuT-Konzept
- GKWNS-Lichtwaldkonzept
- WET / BHT Eichen-Mittelwald
- Waldweidekonzept
- Waldrandmerkblatt
- Waldgebiet
- Priorität:
hoch - Rote Liste BW:
Stark gefährdet (2) - Rote Liste DE:
(G) Gefährdung unbekannten Ausmaßes
Autoren
Bildautoren
- Ballenthien, Elena
- Krieglsteiner, Lothar
- Werwie, Felicitas
- Winter, Maria-Barbara
Quellen
- Naturnähezeiger - Holz bewohnende Pilze als Indikatoren für Strukturqualität im Wald.. Natur und Landschaft 84(12) : 560-566.
- Die Großpilze Baden-Würrtembergs Band 1: Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze.