Dorniger Stachelbart

Dorniger Stachelbart

Hericium cirrhatum (Pers.) Nikol.

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Beschreibung

Die Fruchtkörper des Dornigen Stachelbartes bestehen aus muschel- bis konsolenförmig übereinander gruppierten Hüten mit Stacheln auch auf der Hut-Oberseite. Sie sind dick- und weichfleischig, weiß bis cremefarben und gilben trocken etwas. Die Art kommt als Totholzzersetzer sowohl auf stehendem, als auch auf liegendem, stark zersetztem Totholz von Laubbäumen (oft Buche) vor (Krieglsteiner et al. 2000).

Vorkommen in Baden-Württemberg

Die Art kommt sehr zerstreut mit einem Schwerpunkt in den wärmebegünstigten, tiefer gelegenen nördlichen Gäu- und Keuper-Lias-Landschaften in der planaren bis collinen, seltener bis zur montanen Stufe vor (Krieglsteiner et al. 2000).

Lebensraum

Der Dornige Stachelbart kommt in Buchen- und Hainbuchen-Eichen-Klimaxwäldern vor. Die Böden können unterschiedliche Basensättigungen haben. Die wärmeliebende Art wächst als Saprobiont und Wundparasit an Strünken, Stümpfen, stehenden und liegenden dicken Stämmen während der späten Initial- und der Optimalphase der Vermorschung. Sie verursacht Weißfäule und bevorzugt als Wirt deutlich die Rotbuche vor den Eichen-Arten und anderen Laubbäumen (Krieglsteiner et al. 2000).

Empfohlene Schutz- und Fördermaßnahmen

Die Art profitiert von einem hohen Anteil an Altholz der Buche. Ihrem Schutz dient in den Beständen, in denen der Dornige Stachelbart vorkommt:

  • Erhöhung der Umtriebszeit
  • Einrichtung von Habitatbaumgruppen mit starken Buchen
  • teilweises Belassen von starken Buchenstämmen nach der Ernte
  • Belassen der Stubben nach der Ernte im Bestand
  • wenn möglich: Umstellung von der Hochwaldbewirtschaftung zur Plenterwaldbewirtschaftung, um ein dauerhaft hohes Niveau an stehendem und liegendem stark zersetzten Totholz zu gewährleisten

Erkennungsmerkmale

Die weißlichen Basidiocarpien der leicht kenntlichen Art bestehen aus muschel- bis konsolenförmig übereinander gruppierten Hüten mit dick- und weichfleischigem, weißlich-cremigem Fleisch (Trama) des Fruchtkörpers. Die Hutoberfläche ist als Alleinstellungsmerkmal mit rudimentären Stacheln oder kegelförmigen Warzen besetzt. Die Stacheln der Hut-Unterseiten sind lang pfriemlich, am Ende auch breitgedrückt und leicht gezähnelt. Die Hyphenstruktur ist monomitisch mit hyalinen Hyphen. Die Basidien sind hyalin und schmal keulig. Die Sporen sind klein, kurz ellipsoid, glatt, hyalin und amyloid mit weißem Sporenpulver (Krieglsteiner et al. 2000).

Verbreitung
Keine vollständige Verbreitung aufgrund lückenhafter Datenbasis
Systematik
Stamm
Basidiomycota
Familie
Hericiaceae
Gattung
Hericium
Art
Hericium cirrhatum (Pers.) Nikol.
Artengruppe
Pilze
Lebensraum
  • Wuchsgebiete
    • Baar-Wutach
    • Neckarland
    • Schwäbische Alb
    • Schwarzwald
    • Südwestdeutsches Alpenvorland
Fachkonzept
  • AuT-Konzept
  • Bannwaldprogramm
Lokaler Fokus
  • Biotop
Schutzstatus
  • Priorität:
    hoch
  • Rote Liste BW:
    (G) Gefährdung unbekannten Ausmaßes
  • Kalkungssensibel:
    ja

Bildautoren

Quellen

Krieglsteiner, German J., Gminder, A., & Winterhoff, W. 2000
Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen-, und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige.
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